Plakate, Postkarten und Kinowerbung sollen jetzt die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen stoppen. Gesundheitsministerium und die niedersächsischen Ableger von Ärztekammer, Marburger Bund, Krankenhausgesellschaft und Kassenärztlichen Vereinigung starteten heute die landesweite Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt“. Gleichzeitig fehlen in vielen Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen weiterhin Videoüberwachung, Panikknöpfe, Meldesysteme, Sicherheitspersonal und verbindliche Deeskalationskonzepte.
Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Plakate schützen keine Pflegekraft vor Handgreiflichkeiten und kein Kinospot hält einen Gewalttäter auf. Während Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte beleidigt, bedroht, bespuckt und körperlich oder sexuell angegriffen werden, verteilt Minister Philippi Postkarten. Erkenntnisse über Täter, Tatmotive, eingestellte Verfahren und tatsächlich verhängte Strafen bleibt er indessen schuldig. Dabei sind Erkenntnisse über Täter und Tatmotive hinlänglich bekannt. Über mögliche kulturelle Konflikte, mangelnde Akzeptanz weiblichen Personals oder einen Zusammenhang mit Migration will man offenbar nicht einmal sprechen. Wer Ursachen aus ideologischer Rücksichtnahme ausblendet, kann Gewalt nicht wirksam bekämpfen. Wir werden deshalb mit einer Anfrage Transparenz schaffen: Wer greift unser medizinisches Personal an, aus welchen Gründen werden Anzeigen erstattet, wie häufig werden Verfahren eingestellt und welche Konsequenzen folgen? Nulltoleranz beginnt nicht auf einem Plakat, sondern bei konsequenter Anzeige, lückenloser Aufklärung und spürbarer Bestrafung der Täter – sowie bei verbindlichen Sicherheitsstandards für jede Einrichtung.“
Delia Klages
