Das insolvente St.-Bernhard-Hospital in Brake stellt seinen Betrieb am 14. August ein. Bereits seit dem 7. August werden keine stationären Patienten mehr aufgenommen. Nach schriftlicher Auskunft der Krankenhausgeschäftsführung gegenüber der Braker Zeitung fährt auch der Rettungsdienst das Haus nicht mehr an. Im webbasierten Notfallzuweisungssystem IVENA steht Brake demnach nicht mehr als aufnehmende Klinik zur Verfügung.
Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Das St.-Bernhard-Hospital befindet sich seit November 2025 in der Insolvenz. Unzureichende Refinanzierung, gestiegene Personal- und Sachkosten, fehlende Rückendeckung durch einen kommunalen Träger und zusätzliche Belastungen durch die Krankenhausreform haben dem Haus die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Nun fallen rund 350 Arbeitsplätze am Standort weg und die Region verliert ein Krankenhaus mit 103 Betten, sechs Fachabteilungen und jährlich etwa 6.000 stationären Patienten. Minister Philippi erklärt dennoch, umliegende Kliniken könnten die Patienten ohne erhebliche Nachteile auffangen. Belege für diese Zusicherung legt er nicht vor. Das Medizinische Versorgungszentrum kann die entstehende Lücke jedenfalls nicht schließen: Es verfügt weder über Krankenhausbetten noch über eine vollwertige Notaufnahme. Die bisherigen stationären und Notfallpatienten müssen deshalb vor allem zur rund 20 Kilometer entfernten Helios Klinik Wesermarsch in Esenshamm oder – abhängig von Erkrankung und freien Kapazitäten – in noch weiter entfernte Krankenhäuser gebracht werden. Bei schweren Blutungen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen zählt jedoch jede Minute. Noch 2023 stellte das Land 53 Millionen Euro für die Neustrukturierung des St.-Bernhard-Hospitals in Aussicht. Drei Jahre später schließt das Haus. Philippi muss erklären, wie viel Geld tatsächlich geflossen ist, was daraus geworden ist und wie die medizinische Versorgung ab dem 15. August konkret sichergestellt werden soll.“
Delia Klages
