Öffnet in einem neuen Tab

Gesundheit

Delia Klages zum Krätze-Ausbruch in Norden im Landkreis Aurich: „Bekannte Infektion – trotzdem weitere Erkrankungen. Was lief im RGZ?“

Teilen

Im Regionalen Gesundheitszentrum (RGZ) Norden sind nach der Aufnahme eines Patienten mit bereits bekannter Skabies-Infektion mehrere Menschen erkrankt. Vier Fälle wurden zunächst bestätigt; mehr als zehn Personen könnten betroffen sein, darunter Beschäftigte. Darüber berichtete jetzt zahlreiche Medien. Bereits 2025 hatte die AfD die Landesregierung zur Skabies-Lage befragt (Drucksache 19/8411). Diese konnte keine belastbaren landesweiten Fallzahlen nennen, hielt eine zusätzliche Meldepflicht jedoch nicht für erforderlich. In einer weiteren Antwort (Drucksache 19/9397) bestätigte sie, dass das Regionale Gesundheitszentrum Norden in den Krankenhausplan aufgenommen wurde und damit grundsätzlich den gesetzlichen Anforderungen an die Krankenhaushygiene und der behördlichen Überwachung unterliegt.

Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Wenn eine Infektion bereits bei der Aufnahme bekannt ist und anschließend weitere Menschen erkranken, reicht der Verweis auf bestehende Hygienevorschriften nicht aus. Wir wollen wissen, welche Schutzmaßnahmen tatsächlich ergriffen wurden, wann das Gesundheitsamt zuletzt kontrolliert hat und ob es sich um vermeidbare Übertragungen handelt. Das werde ich mit einer Anfrage klären. Besonders unbefriedigend ist, dass die Landesregierung nicht einmal das tatsächliche Ausmaß der Skabies-Erkrankungen in Niedersachsen zuverlässig erfassen kann. Sachsen hat eine allgemeine ärztliche Meldepflicht längst eingeführt. Wir fordern das auch für Niedersachsen. Wer Infektionsrisiken frühzeitig erkennen und Ausbrüche wirksam eindämmen will, braucht belastbare Daten. Dass gezieltes Ausbruchsmanagement einen Unterschied machen kann, zeigt eine 2026 veröffentlichte italienische Studie: An einem Universitätsklinikum in Bari konnte ein erneuter Skabies-Ausbruch bei Anwendung eines Präventionsprotokolls auf eine statt zuvor acht Abteilungen begrenzt werden. Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie nicht nur die Abläufe in Norden aufklärt, sondern auch prüft, welche Konsequenzen aus internationalen Erfahrungen für Niedersachsen zu ziehen sind.“

Delia Klages

Abgeordneter

  • Delia Klages

    Delia Klages

    Sprecherin für Gesundheit, Soziales, Arbeit und Gleichstellung