Gesundheit

Delia Klages zum Entlassmanagement in Krankenhäusern: „Vor die Tür gesetzt und vergessen – Patienten fallen nach Klinikaufenthalt durchs Raster“

Teilen

Bis zu 35,3 Prozent der Rückmeldungen in den jährlichen Erfahrungsberichten der Patientenfürsprecher betreffen Probleme der Anschlussversorgung – Tendenz steigend. Das ist die Erkenntnis aus einer Anfrage der AfD, die im Übrigen gravierende Datenlücken aufdeckt (Drucksache 19/10494). Der Landesregierung sind keine Informationen über die gesundheitlichen Folgen unzureichend organisierter Entlassungen bekannt. 

Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Trotz deutlich steigender Beschwerden verzichtet die Landesregierung weiterhin auf eine systematische Datenerhebung. Das ist nicht nur unverständlich, sondern gesundheitspolitisch fahrlässig. Gerade für ältere, pflegebedürftige oder alleinstehende Menschen kann eine unzureichend organisierte Entlassung gravierende Folgen haben: Versorgungslücken, fehlende Medikamente, überforderte Angehörige und im schlimmsten Fall vermeidbare Wiedereinweisungen. Dennoch fehlt es der Landesregierung an einem belastbaren Überblick – auch zu konkreten Problemlagen oder regionalen Unterschieden. Statt diese Defizite anzugehen, verweist sie auf Zuständigkeiten des Bundes. Das greift zu kurz. Wer die Krankenhausversorgung im Land verantwortet, darf sich in der entscheidenden Phase nach der Entlassung nicht aus der Verantwortung ziehen. Ohne valide Daten bleibt das Entlassmanagement ein Blindflug – zulasten der Patienten. Niedersachsen braucht endlich Transparenz über die tatsächliche Versorgungssituation, um Missstände gezielt zu beheben. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt auf sich allein gestellt sind, ohne dass die Landesregierung darüber verlässliche Erkenntnisse hat.“

Delia Klages

Abgeordneter

  • Delia Klages

    Delia Klages

    Sprecherin für Gesundheit, Soziales, Arbeit und Gleichstellung