Wirtschaft

Omid Najafi zur Hannover Messe: „Industrieschau schrumpft dramatisch – und die Politik feiert das, was noch da ist“

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Mit dem heutigen Besuch des Wirtschaftsausschusses endet die Hannover Messe – einst das weltweit führende Schaufenster der Industrie. Rund 3.000 Aussteller präsentierten in diesem Jahr ihre Innovationen – deutlich weniger als in den Vorjahren. Die Schwerpunkte industrielle Transformation, Digitalisierung und Energie konnten den strukturellen Rückgang nicht überdecken.

Dazu Omid Najafi, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Die diesjährige Hannover Messe war kein Aufbruchssignal, sondern ein Stresstest – und dieser fällt ernüchternd aus. Was früher nahezu das gesamte Gelände füllte, schrumpft auf rund elf belegte Hallen bei insgesamt 24. Das ist nicht Verdichtung, das ist Rückbau. Noch klarer ist der Einbruch bei den Ausstellern: Von einst über 6.500 Unternehmen auf etwa 3.000 – die Hälfte ist verschwunden. Selbst gegenüber den Vorjahren fehlt rund ein Viertel. Wer das als normalen Wandel verkauft, blendet die Realität aus. Der internationale Bedeutungsverlust ist unübersehbar: 36 Prozent weniger Aussteller aus China zeigen, dass Deutschland als Industriestandort an Bindungskraft verliert. Globale Präsenz weicht regionaler Selbstbeschäftigung. Und was sagt die Landespolitik? ‚Lasst uns stolz sein auf das, was noch hier ist‘, sagt Wirtschaftsminister Tonne. Das ist die sprachliche Begleitmusik zum Rückzug, man hat sich mit dem Schrumpfkurs arrangiert. Hinzu kommt ein organisatorischer Fehlstart: Der ÖPNV-Streik zu Wochenbeginn hat die Messe gleich zum Start ausgebremst. Für eine internationale Leitmesse ist das ein fatales Zeichen mangelnder Verlässlichkeit. Die Entwicklung ist eindeutig: Hannover und der Industriestandort Deutschland geraten ins Hintertreffen. Wenn Politik und Verantwortliche weiter beschwichtigen, statt gegenzusteuern, wird aus dem schleichenden Rückgang ein dauerhafter Abstieg.“

Omid Najafi