Finanzen

Jessica Schülke zu den Millionen-Forderungen der Initiative #rettedeintheater: „Die Bühnen müssen endlich künstlerisch und wirtschaftlich liefern“

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Mit der Forderung nach weiteren Millionen staatlicher Förderung gingen heute die Mitglieder der Initiative #rettedeintheater vor dem Landtag auf die Straße. Die Niedersächsischen Bühnen fühlen sich staatlich unterfinanziert und beklagen die steigenden Personalkosten. Allein die kommunalen Theater verlangen jährlich fünf Millionen Euro mehr. Demgegenüber stehen 180 Millionen Euro jährlich, die im Haushalt des Landes für Staatstheater, Landesbühnen und Stadttheater bereitgestellt werden. Wie eine Anfrage der AfD Ende 2025 ergab, haben zudem mehr als die Hälfte der großen Theater in Niedersachsen eine Personalauslastung von unter 75 Prozent (Drucksache 19/8998).

Dazu Jessica Schülke, kulturpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Dem Land obliegen die Staatstheater. Für die kommunalen Theater sind im Kern die Städte und Gemeinden in der Pflicht. Dafür müssen sie zwingend von Landes- und Bundesaufgaben entlastet werden. Aber es geht auch um Grundsätzliches in der Theaterfinanzierung. Die Bühnen müssen endlich künstlerisch und wirtschaftlich liefern – auch und gerade in Zeiten von prekären ökonomischen Verhältnissen!

Wir brauchen publikumsfreundlichere Spielpläne, die nicht nur eine linksgrüne Minderheit bespaßen, sondern die breite Bürgergesellschaft ansprechen – sonst bleiben die Zuschauerräume weiterhin halbleer. Durch vermehrte Koproduktionen untereinander ließe sich die Effizienz der Theater ebenfalls steigern. Überdies haben viele Theater in früheren Jahren Überkapazitäten geschaffen, etwa durch Anmietung von Nebenspielstätten. Hier sehe ich Einsparpotenzial.“

Jessica Schülke

Jürgen Pastewsky, stellvertretender finanzpolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt:

„Bei sieben der neun Staatstheater, Landesbühnen und Stadttheater in Niedersachsen liegt der Eigenfinanzierungsanteil nur bei 15 Prozent und weniger. Die Theater müssen einfach mehr Einnahmen erwirtschaften, statt immer nur Landeshilfen zu fordern: ertragreichere Preisgestaltungen, mehr Sponsoring, mehr Abonnenten und kundenorientiertes Marketing. Die Bühnen müssen mehr Anspruch an die eigene Leistungskraft stellen, statt sich auf immer höheren Landeshilfen auszuruhen. Eine Steigerung der Eigeneinnahmen zwischen 5 und 10 Prozent hat die AfD-Fraktion auch in den Beratungen zum Landeshaushalt 2026 gefordert. Das Land zahlt jetzt schon genug und wird sicherlich auch einen großen Teil der rund 320 Millionen leisten müssen, die in den kommenden Jahren zusätzlich für Sanierungsmaßnahmen an den Theatern nötig werden.“

Jürgen Pastewsky