Der Wohnungsmarkt-Report 2026 der Landesbausparkasse (LBS) und des Sparkassenverbands Niedersachsen offenbart, wie sehr sich die Schieflage erneut verschärft hat: Bis Mitte der 2030er Jahre werden jährlich über 30.000 neue Wohnungen benötigt, tatsächlich wurden letztes Jahr nur 22.600 Einheiten fertiggestellt – ein Defizit von knapp 25 Prozent gegenüber dem tatsächlichen Bedarf. Gleichzeitig steigen Baukosten und Anforderungen so stark, dass sich Neubau vielfach erst ab über 17 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter rechnet. Besonders gravierend: Das notwendige Eigenkapital für Wohneigentum hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt – für viele Familien rückt das Eigenheim in weite Ferne.
Dazu Omid Najafi, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Realitätsschock für alle, die die Lage am Wohnungsmarkt noch schönreden: Wohnen wird in Niedersachsen unbezahlbar – und zwar längst nicht mehr nur in den Ballungsräumen, sondern zunehmend auch im ländlichen Raum. Die Ursache: Über Jahre wurden Bauvorschriften verschärft, energetische Standards immer weiter hochgeschraubt und Erwerbsnebenkosten, allen voran durch die erhöhte Grunderwerbsteuer, spürbar nach oben getrieben. Das Ergebnis ist absehbar: Bauen wird zum Hochrisikogeschäft, Investitionen bleiben aus, und der Wohnungsmarkt trocknet weiter aus. Besonders brisant ist die Entwicklung beim Eigenkapital. Viele Haushalte scheitern an den Einstiegskosten. Wer heute kein nennenswertes Vermögen mitbringt, hat faktisch kaum noch eine realistische Chance auf Wohneigentum. Damit wird Eigentumsbildung vom Normalfall zur Ausnahme – mit gravierenden Folgen für soziale Stabilität und Vermögensaufbau. Hinzu kommt ein wachsender Sanierungsstau im Bestand. Wenn ein großer Teil der Immobilien energetisch auf niedrigem Niveau liegt und die Sanierungsquote gleichzeitig sinkt, dann zeigt das vor allem eines: Die politischen Vorgaben gehen an der Realität vorbei. Sie überfordern Eigentümer und verhindern genau die Investitionen, die eigentlich notwendig wären. Niedersachsen braucht einen klaren Kurswechsel: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, niedrigere Erwerbsnebenkosten und praxisnahe Baustandards. Wohnen darf nicht zum Luxus werden – es ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit.“
Omid Najafi
