Der vierte Unfall in weniger als drei Jahren: Ein niederländisches Binnenschiff ist am Dienstag mit der Eisenbahnbrücke über die Hunte bei Elsfleth kollidiert. Das Bauwerk blieb unversehrt. Beim Schiff wurde das Steuerhaus zerstört.
Die Unfallserie begann im Februar 2024 als ein Binnenfrachter die ursprüngliche Brücke bei einem Zusammenstoß schwer beschädigte. Die Bahn installierte daraufhin eine Behelfsbrücke. Sie verursachte seitdem drei Kollisionen. Eine neue Hub-Drehbrücke mit größerer Durchfahrtshöhe soll im Winter 2027/2028 in Betrieb gehen.
Dazu Thorsten Moriße, Sprecher für Häfen und Schifffahrt der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Ausgerechnet die wichtige Huntebrücke ist zum Unfall-Hotspot geworden. Solange die Ermittlungen zum jüngsten Schiffsunglück laufen, verbieten sich Spekulationen über die konkrete Ursache des Vorfalls. Trotzdem müssen wir uns dringend mit der grundsätzlichen Sicherheit der Brückenpassage beschäftigen. Es bestehen bereits Melde- und Sicherungsvorgaben. Aber reichen die Maßnahmen unter den besonderen Bedingungen einer Behelfsbrücke aus? Insbesondere sollte geprüft werden, ob zusätzliche technische Warn- und Kontrollsysteme für die verfügbare Durchfahrtshöhe sinnvoll sind, ob Pegel- und Höheninformationen für die Schiffsführer jederzeit zuverlässig erkennbar sind und ob bei kritischen Durchfahrtssituationen weitere verbindliche Freigabe- oder Kontrollverfahren notwendig sind.
Die Hunte ist eine zentrale Verkehrsader für die maritime Wirtschaft. Ebenso wichtig ist die Bahnverbindung für die Hinterlandanbindung der Häfen. Streckensperrungen haben erhebliche Auswirkungen auf Schifffahrt, Bahnverkehr und Hafenwirtschaft. Der störungsfreie Verkehr auf Schiene und Fluss muss oberste Priorität haben. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!“
Thorsten Moriße
