Gesundheit

Holger Kühnlenz zur geschlossenen Jugend-Suchtklinik in Ahlhorn: „Rot-Grün trägt die Drogenliberalisierung mit – und verweigert die Verantwortung für die Folgen“

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Der Petitionsausschuss des Landtages beschäftigte sich mit der Petition 01818/11/19 zum Erhalt der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Großenkneten-Ahlhorn. Die auf suchtkranke Kinder und Jugendliche spezialisierte Klinik stellte ihren Betrieb am 30. Juni 2026 ein. Nach Angaben der Antragstellerin fallen damit 60 von bundesweit 85 spezialisierten Rehabilitationsplätzen weg. Zugleich wurde in der Anhörung von Wartezeiten von bis zu zwölf Monaten auf einen geeigneten Therapieplatz berichtet. Das Sozialministerium konnte weder dazu noch zum Bedarf konkrete Zahlen nennen.

Dazu Holger Kühnlenz, petitionspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Eine Mutter schildert, wie Familien monatelang erfolglos nach Hilfe suchen und ihre Kinder in dieser Zeit immer tiefer in die Sucht abrutschen. Das Ministerium kennt weder die tatsächlichen Wartezeiten noch den konkreten Bedarf. Stattdessen verweist es auf Präventionsangebote und ambulante Behandlungen. Doch Prävention und Beratung ersetzen keine stationäre Behandlung. Zehn irgendwann geplante Betten in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Spezialstation in Oldenburg sind ebenfalls kein gleichwertiger Ersatz für 60 spezialisierte Therapieplätze in Ahlhorn. Trotzdem steht das Ergebnis des Ministeriums schon fest: Angeblich gibt es keine Versorgungslücke und das Land ist nicht zuständig. Mehr als 5000 Unterstützer dieser Petition und die betroffenen Familien haben mehr verdient als Zuständigkeitsfloskeln.“

Holger Kühnlenz

Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, ergänzt:

„Bundesweit sind schätzungsweise 200.000 Kinder und Jugendliche von Suchterkrankungen betroffen. Allein in Niedersachsen wenden sich jährlich rund 3000 Betroffene beziehungsweise deren Angehörige an die Drogenberatungsstellen. Diese Zahlen zeigen, wie groß der Hilfebedarf ist. Rot-Grün trägt die Liberalisierung und gesellschaftliche Normalisierung des Drogenkonsums mit, schiebt die Verantwortung für die gesundheitlichen und sozialen Folgen auf Renten- und Krankenversicherung ab und verschanzt sich hinter bundesrechtlichen Zuständigkeiten. Wer Drogenpolitik liberalisiert, muss erst recht dafür sorgen, dass erkrankte Kinder unverzüglich behandelt werden. Niedersachsen braucht eine überprüfbare Bedarfsanalyse, transparente Angaben zu geeigneten Rehabilitationsplätzen, Aufnahmekriterien und Wartezeiten sowie eine Initiative für eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung der spezialisierten Jugend-Suchtrehabilitation.“

Delia Klages

Abgeordnete