Nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur soll am Montag in Göttingen der 100. Cannabis-Anbauverein Niedersachsens seine Genehmigung erhalten. Mit 1,25 Vereinen je 100.000 Einwohner weist Niedersachsen bundesweit die höchste Vereinsdichte auf. Fachleute sehen zugleich erhebliche Defizite bei der Zurückdrängung des Schwarzmarktes sowie bei Prävention und Jugendschutz.
Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Hundert Cannabisvereine sind kein politischer Erfolg, wenn der Schwarzmarkt fortbesteht, Schutzvorschriften nicht wirksam durchgesetzt werden und gefährdete Jugendliche seltener die Suchtberatung erreichen. Bereits 2024 erklärte Gesundheitsminister Philippi selbst, der Kinder- und Jugendschutz sei ‚weithin zu schwammig und unpräzise‘ und ein umfassendes Konzept zur Suchtprävention fehle. Rot-Grün kann daher nicht behaupten, von den Folgen überrascht worden zu sein. Zwei Jahre später wird Niedersachsen Spitzenreiter bei Cannabisvereinen, während die bekannten Schutzdefizite fortbestehen. Die Landesregierung darf sich nicht hinter dem Bundesgesetz verstecken. Sie muss Prävention und Frühintervention ausreichend finanzieren, Kontrollen und Verstöße transparent erfassen und sich auf Bundesebene für die Rücknahme der Teillegalisierung einsetzen. Wer Cannabis legal leichter zugänglich macht, bevor ein wirksamer Jugendschutz steht, setzt die falsche Priorität. Kinder und Jugendliche brauchen Schutz vor Drogen – keine staatlich begleitete Normalisierung des Konsums.“
Delia Klages
