Das Warten auf die Alstom-Züge nimmt kein Ende. Auch für 2027 wird es auf Niedersachsens Schienen ein Ersatzkonzept geben, gesteht das Verkehrsministerium auf Anfrage der AfD-Fraktion ein. Immerhin hofft man, dass „alle Fahrzeuge nach derzeitigem Plan sukzessive in Laufe des Jahres 2027 ausgeliefert und in Betrieb genommen werden“ (Drucksache 19/11179).
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) scheint machtlos gegenüber dem Bahntechnik-Hersteller Alstom, der die Lieferung von 34 Doppelstockzügen immer wieder hinauszögert. Auch die seit Jahren angekündigte Direktverbindung Wilhelmshaven–Hannover verschiebt sich erneut.
Dazu Thorsten Moriße, Abgeordneter aus dem Wahlkreis Wilhelmshaven:
„So sieht abgehobene Gleichgültigkeit aus. Die Antworten auf unsere Anfrage bleiben in zentralen Punkten ausweichend und unkonkret. Besonders irritierend: Auch Angaben zu Vertragsstrafen, Forderungen nach Schadensersatz oder Mehrkosten werden verweigert. Die Landesregierung verweist auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Konkrete Zahlen bleibt sie schuldig, obwohl es sich um ein öffentlich finanziertes Infrastrukturprojekt handelt. Liegt es daran, dass hier Fehler vertuscht werden sollen? Wurde schlampig verhandelt, so dass Alstom um Vertragsstrafen und Schadensersatz für seine ‚Geisterzüge‘ herumkommt?
Die Folgen sind drastisch: Die geplante Direktverbindung zwischen Wilhelmshaven und Hannover kann weiterhin nicht starten. Reisende bleiben auf ältere, oft überfüllte Ersatzfahrzeuge und den Umstieg in Oldenburg angewiesen. Für eine Region mit Hafenwirtschaft, Industrieansiedlungen, Bundeswehrstandorten und wachsendem Fachkräftebedarf ist eine verlässliche und moderne Verkehrsanbindung aber ein zentraler Standortfaktor. Andere Städte und Kreise sind ähnlich stark betroffen. Die Menschen vor Ort haben ein Recht auf Transparenz, Verlässlichkeit und eine moderne Verkehrsanbindung – und nicht auf jahrelange Vertröstungen.“
Thorsten Moriße
