Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) schafft das schriftliche Dividieren in der Grundschule ab. Statt strukturiert sollen Schüler künftig „verständnisorientiert“ rechnen. Die Maßnahme ist Teil überarbeiteter Bildungsstandards durch die Kultusministerkonferenz (KMK); weitere Bundesländer ziehen nach.
Dazu Harm Rykena, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Dieser Vorgang ist ein gutes Beispiel für die Bedeutung der Kultushoheit der Bundesländer: Gemeinsame Standards werden in der Regel nur durch Absenken des Bildungsniveaus erreicht, nicht aber durch Orientierung an den Stärksten. Es ist kaum nachvollziehbar, wie die Abschaffung des schriftlichen Dividierens in der Grundschule zu einem besseren mathematischen Verständnis führen soll. Das Verfahren verbindet das Einmaleins mit strukturiertem, diszipliniertem Denken, vermittelt abstrakte Denkmuster und ist eine bewährte Kulturtechnik, die jahrzehntelang fester Bestandteil der Grundschule war. Dies soll nun angeblich nicht mehr möglich sein und wird auf die weiterführenden Schulen verlagert – auf Kosten anderer Unterrichtsinhalte dort. Dabei trainiert schriftliches Dividieren mehrere Kernkompetenzen gleichzeitig: Kopfrechnen, Multiplikation, Subtraktion und sauberes Untereinanderschreiben. Kinder lernen, Ergebnisse systematisch zu prüfen. Zugleich eröffnet die schriftliche Division neue Zahlenbereiche, etwa durch Reste, und erweitert das Zahlenverständnis auf lebensnahe Weise. Sie bereitet auf das Bruchrechnen vor und schult die Überschlagsrechnung. Selbst als standardisiertes Verfahren vermittelt sie essenzielle Fähigkeiten, die für den weiteren Bildungsweg und den Alltag unverzichtbar sind. Wer das Verfahren streicht, schwächt diese Denkfähigkeiten, riskiert einen weiteren Niveauverfall und erschwert den Lernerfolg an weiterführenden Schulen. Die Fähigkeit zur schriftlichen Division ist ein entscheidender Kompetenzindikator: Kinder, die den Algorithmus sicher beherrschen, starten mit klaren Vorteilen am Gymnasium. In Zeiten digitaler Hilfsmittel gilt zudem: Nur wer ein Verfahren selbst beherrscht, kann technische Hilfen sinnvoll einsetzen. Die freigewonnene Zeit soll zwar für verständnisorientiertes Rechnen genutzt werden. Aber Lehrkräften fehlt in Wahrheit zunehmend Spielraum für solide fachliche Bildung, weil sie durch integrations-, inklusions- und diversitätsbezogene Querschnittsaufgaben sowie pädagogische Zusatzprogramme stark beansprucht werden.“
Harm Rykena