Im Interview mit der dpa zum Thema Lehrermangel schwärmt Kultusministerin Julia Willie von „top ausgebildeten Lehrkräften“ und einer „tollen Entwicklung“. Es gäbe „deutliche Fortschritte bei der Unterrichtsversorgung“.
Dazu Harm Rykena, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Die Kultusministerin scheint derzeit in Phantasien zu urlauben. Jedenfalls präsentiert sie eine ‚Erfolgsbilanz‘, die mit dem Alltag von Schülern, Eltern und verbliebenen Lehrkräften rein gar nichts zu tun hat. Vollmundige Versprechen und statistische Tricksereien ändern nichts an der Tatsache, dass der Unterricht in vielen Fächern und Regionen zusammenbricht. Ausgerechnet in Mathematik und den Naturwissenschaften sieht es besonders düster aus! Gleichzeitig treibt die Zuwanderung inklusive Familiennachzug die Schülerzahlen in die Höhe und lässt die Integration in vielen Klassen scheitern. Gewalt, Disziplinprobleme und Sprachbarrieren überfordern die Lehrkräfte. Kein Wunder, dass händeringend nach Lehrern gesucht wird. Die Quereinsteiger-Offensive lehnt die Ministerin trotzdem ab. Dabei ist das Potenzial längst nicht ausgeschöpft ist. Stattdessen setzt sie auf tarifbeschäftigte Kräfte, bei denen regionale Verpflichtungen die Lehrer eher abschrecken als motivieren. Gehaltsanhebungen nur für bestimmte Schulformen schaffen zudem neue Ungerechtigkeiten und führen nicht zu mehr Unterrichtsstunden, wenn Lehrer Stunden reduzieren oder frustriert das System verlassen.
Die AfD fordert seit Langem mehr Autonomie für Schulen und Lehrkräfte. Gleichzeitig muss der enorme Verwaltungsaufwand konsequent reduziert werden. Im Unterricht braucht es die Fokussierung auf Leistung und Basiskompetenzen statt ideologischer Experimente. Elementar wichtig ist zudem eine Einwanderungspolitik, die berücksichtigt, dass unsere Schulen nicht grenzenlos belastbar sind.“
Harm Rykena
