Seit dem 1. November gelten neue Vergütungsregeln für freiberuflich tätige Hebammen. Besonders betroffen sind die freiberuflichen Beleghebammen, die auf Vertragsbasis in Kliniken arbeiten. Erste Kliniken berichten bereits über Kündigungen, weil Hebammen Vergütungseinbußen von bis zu 30 Prozent befürchten. Dennoch erklärte Gesundheitsminister Philippi heute im Plenum, er sehe keine Gefährdung der Versorgung.
Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Die Behauptung des Ministers, die Versorgung sei nicht gefährdet, steht in deutlichem Widerspruch zur Lage in den Kliniken. Wenn im Marienstift Braunschweig bereits ein Viertel der Beleghebammen gekündigt hat und weitere Kliniken täglich Abgänge melden, handelt es sich nicht um vereinzelte Meldungen, sondern um eine bereits einsetzende klare Erosion der Geburtshilfe. Zwölf Kreißsäle in Niedersachsen arbeiten nahezu vollständig im Belegsystem – fällt dort ein Team weg, fällt die Geburtshilfe weg. Der Minister redet die Lage klein, obwohl die Fakten eindeutig sind: Ein Vergütungsmodell, das zu erheblichen Einbußen führt, treibt Hebammen faktisch aus dem Beruf und gefährdet unmittelbar die Versorgung werdender Mütter. Wer diese Entwicklung herunterspielt, handelt fahrlässig. Die Landesregierung muss jetzt gegensteuern, bevor der erste Kreißsaal schließt – nicht erst, wenn es zu spät ist.“
Delia Klages