Delia Klages zur Pflegeheim-Katastrophe in Laatzen: „Gekauft, ausgequetscht und im Zweifel fallen gelassen – die Pflege darf nicht zum Spielball von Investoren werden“

von AfD Presse

Binnen weniger Stunden mussten gestern 59 pflegebedürftige Menschen ihr Heim verlassen. Betroffen war die Seniorenresidenz des Betreibers Ambiente Care in Laatzen bei Hannover. Vor der Tür spielten sich unter Bewohnern und Angehörigen erschütternde Szenen ab, berichteten verschiedene Medien.

Die Heimaufsicht der Region Hannover hatte die Einrichtung geschlossen. Der Betreiber scheint offenbar insolvent. Beschäftigte erhielten seit Monaten keinen Lohn. Auch weitere Einrichtungen des Unternehmens, das deutschlandweit nach eigenen Angaben neun Seniorenresidenzen betreibt, sind betroffen.

Dazu Delia Klages, sozialpolitische Sprecherin im Niedersächsischen Landtag:

„Hier zeigt sich in aller Härte, was passiert, wenn die Pflege zum Spielball der Investoren wird. Die Heime werden behandelt wie beliebige Anlageobjekte – gekauft, ausgequetscht und im Zweifel fallen gelassen. Am Ende stehen unsere alten Menschen im Chaos. Eine der Seniorinnen, die gestern auf die Straße gesetzt wurde, war 103 Jahre alt!

Wer keine Angehörigen hat, wird am härtesten getroffen. Diese Menschen haben niemanden, der für sie organisiert, kämpft oder überhaupt informiert wird. Genau sie sind die ersten Opfer dieses brutalen Systems.

Wir brauchen daher endlich eine strenge Kontrolle von Pflegekonzernen, insbesondere wenn ausländische Investoren beteiligt sind. Pflege ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge – und kein Ort für Renditejäger in Goldgräberstimmung. Wer Verantwortung für alte Menschen übernimmt, muss auch haftbar gemacht werden, wenn er sie im Stich lässt.

Wer das Leid, die Not und die Verzweiflung der obdachlos gewordenen Senioren in Laatzen ernst nimmt, der weiß auch, dass die dramatischen Zustände in der Pflege endlich zur Chefsache werden müssen. Minister Philippi übernehmen sie!“

Delia Klages