Im Landtag berieten die Abgeordneten heute über den Landesaktionsplan „Gute Geburt“, den die Regierungsparteien SPD und Grüne eingebracht hatten.
Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Die derzeitigen Probleme in der Geburtshilfe sind das Ergebnis jahrzehntelanger gesundheitspolitischer Fehlentscheidungen. Kreißsaalschließungen, Personalmangel und eine immer weiter ausgedünnte Versorgung sind keine Zufallsentwicklung, sondern Folge einer Ökonomisierung des Gesundheitswesens: Was sich nicht rechnet, verschwindet. Genau so sind kleine Geburtsstationen geschlossen worden. Der Aktionsplan von SPD und Grünen formuliert zwar zahlreiche richtige Ziele – etwa mehr Selbstbestimmung für Frauen, bessere Qualität und eine Stärkung der Hebammen –, er lässt jedoch konkrete strukturelle Lösungen vermissen. Ein Runder Tisch ersetzt keine Finanzierung, eine Vernetzungsstelle ersetzt keine Strukturreform und ein Aktionsplan ersetzt keine Systemkorrektur. Solange Fehlanreize im System bestehen bleiben, wird sich an der Versorgungslage wenig ändern. Der Antrag geht dennoch in die richtige Richtung – deswegen enthielt sich die AfD-Fraktion bei der Abstimmung. Denn: Gute Geburtshilfe entsteht nicht durch Leitbilder, sondern durch verbindliche Entscheidungen. Wenn jedes Jahr rund 60.000 Kinder in Niedersachsen zur Welt kommen, dann ist Geburtshilfe keine Randfrage – sie ist ein zentraler Bestandteil der medizinischen Grundversorgung.“
Delia Klages