500.000 Ehrenamtliche, die in 8000 Einrichtungen tätig sind: Beeindruckende Zahlen nennen Vertreter der Regierungsparteien, wenn es um die uneigennützigen Helfer in der Sozialwirtschaft geht. So geschehen bei Umweltminister Christian Meyer in einer aktuellen Stunde im Plenum am 21. Mai dieses Jahres („Eine Frage der Gerechtigkeit: Klimaschutz in der Sozialwirtschaft stärken!“). Die Daten stammen von der „Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege“. Zwei Anfragen der AfD-Fraktion (Drucksachen 19/7692 und 19/7708) zeigen, wie wenig die Landesregierung tatsächlich über diese bedeutsamen Faktor in der Sozialwirtschaft informiert ist.
Dazu Delia Klages, sozialpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Die Landesregierung wirbt mit Zahlen – aber dahinter steht nichts. Weder ist erfasst, welche Träger in welchen Landkreisen welche Einrichtungen betreiben, noch gibt es Daten dazu, wie viele Ehrenamtliche dort tatsächlich tätig sind und in welchem Rahmen. Zu Qualifikation, Aufgabenprofil und Qualitätssicherung fehlen konkrete Angaben vollständig. Wer mit Zahlen imponieren will, muss diese auch belegen können. Stattdessen erleben wir ein System, das offenbar auf Sicht fliegt – ohne Karte, ohne Kompass, aber mit großem Sendungsbewusstsein. Die AfD-Fraktion warnt vor den Folgen dieser Intransparenz und Steuerungsschwäche. Gerade im sozialen Bereich ist Verlässlichkeit zentral – für die Träger und die Ehrenamtlichen, aber auch für die Betroffenen. Darüber hinaus verdient das Ehrenamt Respekt und Ehrlichkeit. PR-Zahlen aus der politischen Parallelwelt sind hier fehl am Platz. Die AfD-Fraktion fordert eine umfassende Bestandsaufnahme der Trägereinrichtungen in Niedersachsen sowie eine transparente Erhebung ehrenamtlicher Strukturen mit klaren Standards für Qualifikation, Begleitung und Aufsicht.“
Delia Klages