Delia Klages zum Apothekensterben: „Die Vor-Ort-Apotheke stirbt – und mit ihr die wohnortnahe Versorgung“

von AfD Presse

In Niedersachsen verfügen bereits 475 Gemeinden, darunter drei Städte, über keine einzige Vor-Ort-Apotheke mehr. In einigen Regionen sind bereits bis zu 20 Prozent der Apotheken innerhalb von fünf Jahren geschlossen worden – dennoch sieht die Landesregierung „in absehbarer Zeit grundsätzlich keine Gefährdung der Arzneimittelversorgung“. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Anfrage (Drucksache 7985) der AfD-Fraktion hervor.

Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:

„Die Einschätzung der Landesregierung ist realitätsfern und brandgefährlich. Wenn im ländlichen Raum die letzte Apotheke schließt, gibt es keine Versorgung mehr – weder bei Notfällen noch bei Rezepturarzneien oder Engpässen. Statt zu handeln, versteckt sich die Landesregierung hinter Zuständigkeiten und hofft auf den freien Markt. Wer ernsthaft glaubt, man könne die Versorgung nach Apothekenschließungen ‚regional umverteilen‘, ignoriert die Realität im ländlichen Raum: Kein Bus, kein Notdienst, kein Zugang zu Medikamenten – das ist keine Versorgungspolitik, das ist Staatsversagen. Andere Bundesländer fordern einen bundesweiten Apothekenrettungsschirm – Niedersachsen tut es nicht. So kann man sich die Verantwortung bequem vom Hals halten – aber nicht die Folgen: Immer weniger junge Menschen gründen Apotheken. Die Rentabilität sinkt, die Bürokratie steigt, das Personal fehlt. Apotheken sind systemrelevant – aber die Landesregierung hat das nicht begriffen. Die AfD fordert ein landeseigenes Stabilisierungsprogramm für Apotheken im ländlichen Raum, Entlastung bei Bürokratie und Dokumentation, Förderung von Neugründungen mit echten Anreizen und überhaupt ein strategisches Handlungskonzept. Denn wenn die letzte Apotheke im Dorf schließt, geht mehr verloren als ein Laden – es geht um Sicherheit, Lebensqualität und gesundheitliche Versorgung.“

Delia Klages