Die finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen in Niedersachsen steigt in rasendem Tempo. Laut aktuellen Zahlen vom Verband der Ersatzkassen (vdek) beträgt die durchschnittliche Eigenbeteiligung zum 1. Januar 2026 für einen Platz im Pflegeheim mittlerweile monatlich 3168 Euro – ein Anstieg um 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Hauptkostentreiber sind gestiegene Pflegepersonalkosten.
Dazu Delia Klages, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag:
„Die Menschen werden dort getroffen, wo es am schmerzhaftesten ist: bei ihrer Lebensleistung. Wer jahrzehntelang gearbeitet, Beiträge gezahlt und Rücklagen gebildet hat, ist im Pflegefall gezwungen, Erspartes in kürzester Zeit vollständig aufzubrauchen. Pflegebedürftigkeit bedeutet damit nicht nur gesundheitliche Abhängigkeit, sondern eine systematisch organisierte finanzielle Entwertung eines ganzen Erwerbslebens. Mit einem durchschnittlichen Eigenanteil von inzwischen 3168 Euro monatlich ist das Pflegeheim für viele Rentner faktisch unbezahlbar. Die durchschnittliche Netto-Altersrente liegt in Niedersachsen bei rund 1300 bis 1500 Euro – die Finanzierungslücke wird aus Ersparnissen, Immobilienverkäufen oder dem Familienvermögen geschlossen. Ist dieses aufgebraucht, greift die ‚Hilfe zur Pflege‘ – und damit die kommunalen Haushalte. So werden Städte und Landkreise zu den stillen Zahlern eines dysfunktionalen Pflegesystems. Was Bund und Land politisch nicht lösen wollen, schlägt direkt in kommunalen Haushaltsdefiziten auf. Diese Entwicklung ist kein Schicksal. Andere europäische Länder zeigen, dass Pflege finanzierbar organisiert werden kann, ohne Menschen zu ruinieren und Kommunen zu überlasten. Notwendig ist auch bei uns eine grundlegende Neuausrichtung der Pflegefinanzierung.“
Delia Klages