Hinter den Mauern der JVA Düsseldorf – Gratwanderung zwischen Fürsorge und Schieflage

von AfD Presse

Eingang der JVA Düsseldorf – „einer der modernsten Justizvollzugsanstalten des geschlossenen Vollzugs in Nordrhein-Westfalen“. 1)

Hohe Mauern, Stacheldraht, Alarmanlagen – so stellt man sich ein Gefängnis vor. Doch hinter den Toren der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf zeigt sich ein anderes Bild: moderner Strafvollzug zwischen Hightech-Sicherheit und sozialtherapeutischer Fürsorge.

Am 27. Oktober besuchte Niedersachsens Landtagsabgeordneter Dennis Jahn gemeinsam mit seinem Referenten Mario Minkmar die Anstalt – auf Einladung der AfD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, begleitet von zwei Referenten der AfD-Fraktion sowie von der stellvertretenden Anstaltsleiterin. Ziel war es, Einblicke in den Alltag der modernsten JVA des geschlossenen Vollzugs in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen.

Die Sicherheitsarchitektur ist eindrucksvoll: Sechs Meter hohe Zäune, fünf Meter hohe Mauern, ein einziger Gang vom Haupt- und Verwaltungsgebäude zu allen Hafthäusern und Werkstätten, Drohnenerkennungssysteme und sogar vibrierende Stahlseile, die Hubschrauber daran hindern, innerhalb der JVA zu landen. Doch je tiefer man blickt, desto deutlicher wird: Die Hochsicherheitskulisse schützt nicht nur – sie überdeckt ein System, das sich zunehmend in sozialtherapeutische Detailpflege verliert. Psychologische und psychiatrische Betreuung, Bewegungsprogramme, nicht nur normale und medizinische, sondern auch vegetarische und muslimische Kost, Begegnungsräume für verschiedene Religionen sollen Gefangene stabilisieren und „zurück ins Leben führen“. Ein hehrer Anspruch – doch die Frage bleibt, ob sich der Strafvollzug damit nicht selbst entkernt. Eine JVA darf kein Ort der Rundumversorgung werden, während das Personal am Limit arbeitet und sich immer häufiger alleingelassen fühlt. „Wer dort arbeitet, braucht Rückhalt, klare Strukturen und Respekt – nicht den Eindruck, dass die Bedürfnisse der Häftlinge über die der Bediensteten gestellt werden“, betont Dennis Jahn.

Tatsächlich spüren viele Mitarbeiter diese Schieflage deutlich. Nachwuchsgewinnung gestaltet sich schwierig, die Arbeitsbelastung steigt, der Idealismus sinkt. Auch das wurde im Gespräch über die länderübergreifenden Probleme im Justizvollzug deutlich. Die JVA Düsseldorf steht damit exemplarisch für ein Dilemma, das längst bundesweit zu beobachten ist: Zwischen Sicherheit und überbordender Fürsorge droht der Strafvollzug seine innere Balance zu verlieren. „Härte, Konsequenz und Gerechtigkeit dürfen nicht unter dem Deckmantel vermeintlicher Menschlichkeit verschwinden“, mahnt Jahn.

Von 14 bis 17 Uhr erkundeten die Gäste die Anstalt, anschließend folgten ein Austausch im nordrhein-westfälischen Landtag und ein gemeinsames Abendessen. Ein Besuch, der nachwirkt – nicht wegen seiner Sicherheitszäune, sondern wegen der Fragen, die hinter ihnen stehen.

Nach dem Besuch tauschten sich Dennis Jahn (unten links) und sein Referent Mario Minkmar (oben links) mit Dr. Martin Vincentz, Vorsitzendem der AfD-Landtagsfraktion (unten Mitte), sowie mit dem parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion, Christian Loose (unten rechts), und dem Referenten für Rechtsfragen, Jan-Hendrik Schulz (oben rechts), aus.
Freistundenhof der JVA Düsseldorf

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Quellen

https://www.jva-duesseldorf.nrw.de/behoerde/index.php

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